Wie Ernährung, sekundäre Pflanzenstoffe und ein bewusster Lifestyle helfen können, die innere Glut zu löschen – für ein schöneres Altern

Falten, nachlassende Spannkraft, fahle Haut – vieles, was wir als Zeichen der Hautalterung kennen, hat eine stille Ursache: chronische, unterschwellige Entzündungen im Körper. Dieses Phänomen nennt sich Inflammaging – eine Wortschöpfung aus „Inflammation“ (Entzündung) und „Aging“ (Altern). Der Begriff beschreibt den engen Zusammenhang zwischen Alterung und entzündlicher Aktivität auf zellulärer Ebene – und ist für die Welt der Nutrikosmetik von zentraler Bedeutung.

Warum? Weil die Haut das größte Organ ist – und ein empfindlicher Spiegel innerer Prozesse. Wer Schönheit und Jugend nicht nur von außen, sondern auch von innen bewahren möchte, sollte verstehen, wie Entzündungen das Hautbild beeinflussen – und wie man sie gezielt mit Lebensmitteln, Mikronährstoffen und Pflanzenstoffen ausgleichen kann.

Was genau ist Inflammaging – und warum betrifft es unsere Haut so stark?

Mit zunehmendem Alter verändert sich unser Immunsystem: Es reagiert weniger effizient auf neue Reize – produziert aber gleichzeitig mehr entzündliche Botenstoffe wie Interleukine und TNF-α. Dieser chronische „Entzündungshintergrund“ bleibt meist unbemerkt, wirkt aber langfristig wie ein Brandbeschleuniger für den Alterungsprozess – besonders sichtbar an der Haut:

  • Kollagenabbau wird gefördert
  • Elastinfasern werden brüchig
  • Hautregeneration verlangsamt sich
  • Faltenbildung und Volumenverlust nehmen zu

Ein zusätzlicher Faktor: sogenannte seneszente Zellen. Diese alten, funktionslosen Zellen – auch „Zombie-Zellen“ genannt – verbleiben im Gewebe (auch in der Haut) und schütten entzündliche Substanzen aus, die ihre Umgebung „mit altern lassen“.

Schönheit in Gefahr – was stille Entzündungen mit Haut und Ausstrahlung machen

Entzündungsprozesse beeinflussen das Hautbild auf vielen Ebenen:

  • Fahle Haut durch Mikroentzündungen in den Kapillaren
  • Verlust an Spannkraft durch Abbau der extrazellulären Matrix
  • Unreine, gestresste Haut durch gestörte Barrierefunktion
  • Pigmentverschiebungen durch oxidativen Stress

Hinzu kommen Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung, Smog, Zucker, Alkohol, ungesunde Fette und chronischer Stress – sie alle verstärken die entzündlichen Prozesse. Was von außen wie „normale Hautalterung“ aussieht, ist oft ein Ausdruck innerer Dysbalance.

Die gute Nachricht: Ernährung spielt hier eine Schlüsselrolle – und Nutrikosmetik kann aktiv gegensteuern.

Der Schlüssel liegt in der Ernährung – mit sekundären Pflanzenstoffen gegen Inflammaging

Bestimmte Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe wirken wie innere Kosmetik: Sie dämpfen Entzündungsprozesse, neutralisieren freie Radikale und fördern die Regeneration. Hier einige besonders wirksame Anti-Inflammaging-Helden:

1. Polyphenole – pflanzliche Entzündungsstopper

  • Resveratrol (in roten Trauben, Beeren): aktiviert Sirtuine, hemmt entzündliche Enzyme – mit positiver Wirkung auf die Hautstruktur.
  • Quercetin (Äpfel, Zwiebeln): blockiert die Ausschüttung von IL‑6 und TNF‑α – unterstützt ein klareres, vitaleres Hautbild.
  • Anthocyane (Heidelbeeren, Aronia): schützen Kollagen und Kapillaren – fördern ein rosiges, gleichmäßiges Hautbild.
  • EGCG (Grüner Tee): hemmt NF‑κB – ein Schlüsselenzym für Entzündung – und fördert die Hautberuhigung.

2. Carotinoide – Schönheit mit Farbe

  • Beta-Carotin, Lutein, Lycopin (Karotten, Paprika, Tomaten): schützen die Haut vor UV-bedingtem Stress, fördern Glow und Elastizität.

3. Curcumin – die goldene Anti-Aging-Wurzel

In Kurkuma enthalten, hemmt es gezielt Entzündungsbotenstoffe. Studien zeigen, dass Curcumin die Hautdichte verbessern und Pigmentstörungen mildern kann.

4. Sulforaphan – Detox für die Zellen

Aus Brokkoli und Kohlarten, aktiviert körpereigene Schutzsysteme gegen oxidativen Stress – und wirkt wie ein inneres Reinigungsprogramm.

5. Omega-3-Fettsäuren – Entzündungspolizei fürs Hautbild

Ob aus Leinöl, Chia, Walnüssen oder Fisch: Omega-3-Fettsäuren regulieren Entzündungsprozesse und unterstützen die Hautfeuchtigkeit und -elastizität.

Schöne Haut kommt von innen – und aus dem Lebensstil

Neben der Ernährung beeinflussen auch tägliche Gewohnheiten das „innere Feuer“:

  • Intervallfasten: fördert Zellreinigung (Autophagie) und reduziert Entzündungsmarker – für ein frischeres, reineres Hautbild.
  • Bewegung: stimuliert Mikrozirkulation und Antioxidantienproduktion – lässt den Teint strahlen.
  • Stressmanagement: chronischer Cortisolspiegel fördert Inflammaging – Achtsamkeit, Schlaf und Meditation wirken dagegen.
  • Mikrobiom-Pflege: eine gesunde Darmflora schützt auch die Haut – z. B. durch Probiotika und präbiotische Ballaststoffe.

Nutrikosmetisches Fazit: Schönheit beginnt mit Entzündungshemmung

Inflammaging ist nicht nur ein medizinisches, sondern ein ästhetisches Thema. Wer der Hautalterung langfristig entgegenwirken möchte, kommt an entzündungshemmender Ernährung und Mikronährstoffen nicht vorbei. Sekundäre Pflanzenstoffe sind dabei weit mehr als nur „gesunde Zusatzstoffe“ – sie sind echte Schönheitspflege von innen.

Nutrikosmetik verbindet die Kraft der Natur mit wissenschaftlichem Verständnis – und gibt uns ein Werkzeug an die Hand, Schönheit, Ausstrahlung und Hautgesundheit auf natürliche Weise zu fördern.

Denn wahre Schönheit beginnt tief unter der Haut – und nicht auf der Oberfläche.


Wissenschaftliche Quellen

Caldarelli, M. et al.: Inflammaging: The Next Challenge—Exploring the Role of Gut Microbiota, Environmental Factors, and Sex Differences. Biomedicines. 2024 Aug 1;12(8):1716

Pajak, J. et al.: Inflammaging and Immunosenescence as Part of Skin Aging—A Narrative Review. Int J Mol Sci. 2023 Apr 24;24(9):7784

Ying, X. et al.: Unveiling a novel in-vitro model of skin inflammaging. Front Med (Lausanne). 2025 Mar 28;12:1556680

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